DSC02425kleinDie Energiewende schreitet voran. Die Windindustriemaschinen werden immer höher, die Flügeldurchmesser wachsen und die Investitionen in diese Art von Energieabschöpfung aus der lebendigen Natur erreichen Rekordhöhen. Immer noch feiern sich die Investoren und Betreiber mit der Politik bei der Eröffnung eines „Windparks“ für ihren Beitrag zur Energiewende.

So berichtet das Windkraft-Journal von der Einweihung des „Windparks“ Gomadingen auf der Schwäbischen Alb am 24. Juli 2026: „Cem Özdemir und Thekla Walker würdigen Erneuerbare-Energien-Projekt auf der Schwäbischen Alb – Windparkfest macht regionale Energiewende erlebbar“

Auch wenn immer wieder behauptet wird, dass die Bürger von diesen Anlagen profitieren, gibt es einen entscheidenden Haken: Mit der Größe der Anlagen steigt auch der Lärmpegel dieser Industriemaschinen. Während mit den kleineren Anlagen es schon zu Belästigungen gekommen ist, gibt es bei den Großanlagen noch mehr Beschwerden über Lärmbelästigung.

Wir haben in unseren Stellungnahmen an die Behörden immer wieder Bezug genommen auf den Lärmeintrag von den Windindustrieanlagen auf dem Tegelberg bei Kuchen im Kreis Göppingen. In 2018 berichtet die ansässige Filstalwelle in einem Videobeitrag: „Ärger über den Windpark Tegelberg“

Inzwischen berichtet der österreichische Blog für Science und Politik tkp.at darüber, dass bei der Schallprognose von Windindustriegebieten wichtige Beziehungen zur realen Physik fehlen und nur rudimentär gerechnet wird. Der Beitrag vom Oktober 2026 „Windpark-Lärm: Die Physik, die in der Genehmigung fehlt“ mit dem Link zur Studie, auf die sich diese Erkenntnis bezieht ist bei tkp.at abrufbar.

Auch im Schwarzwald auf dem Taubenkopf stehen seit Mitte 2025 zwei Windindustrieanlagen, die die Anwohner in Horben belästigt. Das Nachrichtenportal „Baden-TV Süd“ berichtet in einem Videobeitrag darüber: „Anwohner klagen über Lärmbelastung durch Windräder am Taubenkopf“

So auch im Baden-Württembergischen Baiereck, im Schurwald, in der Region Stuttgart. Dort wurden im Dezember 2024 zwei Maschinen mit 149 m Rotordurchmesser auf einer Nabenhöhe von 164 m und einer Nennleistung von 4,5 Megawatt in Betrieb genommen. Seitdem finden die Bewohner von Baiereck keinen Schlaf mehr.

Um dem Problem Herr zu werden wurden die Anlagen kurzzeitig stillgelegt, um die Getriebe zu tauschen und Schwingungsdämpfer einzubauen. Nichts half. Es wurden Messungen von der Betreiberfirma gemacht, von den Bürgern im Teilort Baiereck und von der Gemeinde Uhingen. Es stellte sich heraus, dass die Prognosen und die Messungen der Betreiberfirma Uhl nicht der tatsächlichen Belastung entsprechen. Unabhängige Messungen durch die Gemeinde und der Bürger bestätigten erhöhte Werte. Nun werden die Industriekolosse nachts abgeschaltet. Der Publizist Adrian Kempf beschreibt die Situation um Baiereck im Beitrag „Windkraft-Lärm in Baiereck: DEKRA bestätigt“ auf seinem interessanten Blog über Analysen und Kommentare zur Politik, Medien und gesellschaftlicher Entwicklungen. Die Südwestpresse berichtete im September 2026: „Anwohner klagen wegen Windrädern gegen Landratsamt“

Der Verein Mensch Natur hat ausführliche Einwendungen an das Regierungspräsidium und das Landratsamt Göppingen gegen das damalige Zielabweichungsverfahren für die Maschinen auf dem Sümpflesberg oberhalb von Baiereck eingereicht. In Schreiben an das Regierungspräsidium wird das zu erwartende und jetzt eingetretene Lärmproblem auf 17 Seiten unter dem Kapitel „Gesundheitsgefahren durch Infraschall“ dargestellt.

Im sächsischen Oberwiera haben die Anwohner zweieinhalb Jahre lang gegen Behörden und die Lärmbelästigung einer Windindustrieanlage gekämpft, bis sie letztendlich die Stilllegung der Maschine und deren Abbruch erreichten. Die Geschichte ähnelt der von Uhingen-Baiereck. Dies berichtet die WELT am 29.07.2026 unter dem Beitrag „Wegen permanentem Brummton – Windrad wird nach zweieinhalb Jahren abgerissen“. Auch die Süddeutsche Zeitung berichtete „Ärger um brummendes Windrad - Nun naht der Abriss: Windrad-Lärm lässt Anwohner verzweifeln“.

Vor Kurzem erreichte uns eine weitere Nachricht von Waldhausen auf der Schwäbischen Alb zwischen Schalkstetten und Gussenstadt. Dort wurden im Zuge einer Repowering-Maßnahme zwei ältere Windindustrieanlagen kleinerer Bauart im „Windpark Schalkstetten“ durch drei Vestas-Maschinen mit 172 m Rotordurchmesser und 175 m Nabenhöhe mit 7,2 MW Nennleistung ersetzt. Die Einweihung war am 06.09.2026. Die Südwestpresse berichtete über die Eröffnung „Windkraft in Schalkstetten“.

Doch nun beschweren sich die Anwohner von Waldhausen über die Lärmbelästigung und sind verzweifelt, weil sie nicht mehr schlafen können. Die Anlagen stehen in 800 m zur Bebauung. Wir haben reagiert, Informationen bereitgestellt und den Kontakt in unser Netzwerk gegeben.

Inzwischen hat sich eine Bürgerinitiative gegründet, die sich gegen weitere Planungen der Regionalverbände zum Windkraftausbau stellt. Die Südwestpresse berichtete im Juli 2026 unter dem Titel „Waldhausen darf nicht eingekreist werden“

Es wird also immer offensichtlicher, dass die Energieerzeugung aus unseren unbelasteten Naturräumen erhebliche Probleme erzeugt. Der Bürger muss sich aufwendig wehren und die Politik schaut weg. Wir haben dies schon in unseren Beiträgen unter unserer Rubrik "Gesundheit" angesprochen. Dort gibt es Einiges über die Themen "Lärm" und "Gesundheitsschutz".